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Hintergrund

Die Internationale Bauausstellung (IBA) Fürst-Pückler-Land


Internationale Bauausstellungen prägen in Deutschland schon seit über hundert Jahren städtische Entwicklungsschübe mit großen baulichen Neuerungen. Der Wohnungsbau stand dabei traditionell im Mittelpunkt. 1989 bis 1999 war es die IBA Emscher Park, die sich erstmals der Umstrukturierung einer ganzen Region widmete, dem Emscher-Raum im Ruhrgebiet. Sie entwickelte hier einen neuen Typus von Kulturlandschaft. Diesen Ansatz greift die IBA Fürst-Pückler-Land im Süden des Landes Brandenburg auf und stellt 2000 bis 2010 das Thema „Landschaft“ in den Mittelpunkt ihres Wirkens.

In der Lausitz werden im Rahmen der Braunkohlegewinnung und -sanierung Millionen Kubikmeter Erde bewegt. Wo sich einst das Energiezentrum der DDR befand, treffen Sie heute auf die größte Landschaftsbaustelle Europas. Hier werden Berge versetzt und neue Seen geschaffen. Teil dieses Wandlungsprozesses sind Industriebauten, Bergbaugeräte, Werkssiedlungen und großflächige Industrieareale, für die neue Bestimmungen zu finden sind.

Werkstatt für neue Landschaften

Die IBA verknüpft gestalterische und technische Innovationen, konfrontiert Wissenschaft und Kunst mit dieser Aufgabe, lenkt internationale Aufmerksamkeit auf die Region - und schafft damit regionale Wirtschaftskreisläufe sowie neue Arbeitsplätze.

Die IBA-Gesellschaft, getragen von den Landkreisen Elbe-Elster, Dahme-Spreewald, Oberspreewald-Lausitz, Spree-Neiße sowie von der Stadt Cottbus und gefördert durch das Land Brandenburg, ist Knoten eines Netzwerks, das anhand einer planerischen Vorgabe die Akteure vor Ort untereinander und mit nationalen und internationalen Fachleuten verknüpft. Dies geschieht über Hochschulen und Universitäten, über Wettbewerbe, Konferenzen, Workshops, über Exkursionen und Erfahrungsaustausche.

Namensgeber ist Hermann Fürst von Pückler-Muskau. Er hat mit seinen Landschaftsgärten in Bad Muskau und Branitz vielbeachtete Meisterwerke der Gartenkunst geschaffen, die bis heute in aller Welt geachtet sind. Er verkörpert aber auch Weltoffenheit und steht für ungewöhnliche Ideen bei der Gestaltung besonderer Landschaften.

Das Logo lädt Sie ein, die Landschaft mit neuen Augen zu sehen (engl. to see = sehen) und den Prozess hin zu einer Seenlandschaft zu begleiten und mitzugestalten.

Die wichtigsten Themen der IBA Fürst-Pückler-Land

Im Zentrum der IBA-Arbeit stehen 24 Einzelprojekte, die in acht Landschaftsinseln und eine Europainsel eingebettet sind. Landschaftsinseln sind gedachte Teilgebiete der Lausitz und stehen sinnbildlich für Räume, welche lange Zeit durch den Tagebau geprägt wurden.
Neugeschüttetes Land und künftige, aus „Restlöchern“ entstehende Seen bieten hier im Zusammenspiel mit der gewachsenen Landschaft sowie den industriellen Besonderheiten der Lausitz ein enormes Gestaltungspotenzial.
Die IBA stellt jede Landschaftsinsel unter ein anderes Teilthema, das durch modellhafte Projekte untersetzt wird. Das jeweilige Thema wurde dabei nicht erdacht, sondern entdeckt und spiegelt einen räumlich übergreifenden Zusammenhang der Gegebenheiten vor Ort wider. Hervorhebung, Umnutzung bzw. Inszenierung sind geeignete Mittel, um das Charakteristische ausgewählter Teilgebiete der Lausitz zu stärken und ihnen neue wirtschaftliche Impulse zu geben.



   Detlef Hecht